Pflegelotse in der Heilerziehungspflege

Neues Kompetenzpapier aller Fachschulen für Heilerziehungspflege in Baden-Württemberg
Heilerziehungspfleger sind die Fachkräfte für die Begleitung von Menschen mit Behinderung. In Ausbildung und Beruf werden die beiden Schwerpunkte Pädagogik und Pflege miteinander verknüpft. Mit dem Pflegelotsen ist es allen baden-württembergischen Fachschulen für Heilerziehungspflege gelungen, ein gemeinsames Konzept zuentwickeln, in dem die Kompetenzen der Fachkräfte und die Ausbildung im Feld der Pflege konkretisiert und abgebildet werden. Als roter Faden wird die besondere Sicht von Pflege erkennbar:
Heilerziehungspfleger versuchen in einer ganzheitlichen Sichtweise Pflege stets mit den
Ideen der Teilhabe und der Bildung zu verknüpfen. Der Pflegelotse ist ein Arbeitsbuch für die Ausbildung in Heilerziehungspflege und eine Dokumentation, die die pflegerischen Inhalte und die pflegerischen Kompetenzen des Berufsbildes widerspiegelt.

Das Arbeitsfeld der Heilerziehungspflege hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker ausdifferenziert. Neben stationären Begleitstrukturen in der Behindertenhilfe und
Sozialpsychiatrie, haben sich in den letzten Jahren immer mehr ambulante Begleitformen für Menschen mit Unterstützungsbedarf herausgebildet. Durch den demografischen Wandel bekommt Pflege in vielen Arbeitsfeldern der Heilerziehungspflege ein größeres Gewicht.

Innerhalb von 1½ Jahren ist es der Landesarbeitsgemeinschaft der Fachschulen für
Heilerziehungspflege (LAG HEP) in Baden-Württemberg gelungen, ein gemeinsames
Dokument der Pflegekompetenzen zu entwickeln. Über den Bildungsplan
Heilerziehungspflege (siehe: www.heilerziehungspflege-ausbildung.de) und die in Baden-
Württemberg geltende Ausbildungs- und Prüfungsordnung hinaus, stellt der Pflegelotse den Erwerb und die Kompetenzen im Bereich Pflege deutlich dar. Der im Mai 2012 veröffentlichte Pflegelotse zeigt, in welchen konkreten Feldern des Pflegehandelns diese Kompetenzen an den beiden Lernorten Fachschule und Fachpraxis entwickelt werden. Die im Bildungsplan ausgewiesenen und beschriebenen rund 500 Stunden im pflegerischen und medizinischen Lernbereich werden im Pflegelotsen konkretisiert.
Die Stärke der Heilerziehungspflege ist die Verknüpfung von Bildungshandeln mit pflegerischem Handeln. Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Unterstützungsbedarf ist bei allem professionellen Tun in der Heilerziehungspflege handlungsleitend. Hieraus ergibt sich ein besonderes Verständnis von Pflege, das immer
eine Ausrichtung auf Teilhabe und Bildung beinhaltet.

Der Pflegelotse verfolgt mehrere Ziele:
• Er ist eine Dokumentation, die (heilerziehungs-)pflegerische Inhalte darstellt, die dem Kompetenzerwerb dienen.
• Er ist ein konkretes Arbeitsbuch für die Praxis der Fachschüler und Fachschülerinnen in Fachschule und angeleiteter Fachpraxis, das durch den Kompetenzerwerb in Pflege lotst.
• Er trägt zur weiteren Professionalisierung des Berufsbildes Heilerziehungspflege bei, indem er für die Praxis Sicherheit über die Pflegekompetenzen in der Heilerziehungspflege schafft. Dadurch trägt er auf politischer Ebene zur Anerkennung und Akzeptanz der hohen Pflegekompetenz in der Heilerziehungspflege bei.

Zu beziehen ist der Pflegelotse online über www.heilerziehungspflege-ausbildung.de, hier die aktuelle Version zum Download (Pflegelotse-Aufl.5.wwweingestellt im April 2015). Gegen einen Kostenbeitrag kann die gedruckte Version bestellt werden.

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