Pflegelotse in der Heilerziehungspflege

Pflegelotse – Erfolgsgeschichte seit 2012
Jetzt in der 8. neu bearbeiteten Auflage erschienen
Seit der Ersterscheinung im Jahr 2012 ist der Pflegelotse mit über 15.000 gedruckten Exemplaren im Umlauf. Er ist zu einem Kernbestandteil in der Ausbildung im Bereich Pflege an den Fachschulen für Heilerziehungspflege in Baden-Württemberg geworden. Auch über die Bundeslandgrenzen hinweg erreichen uns immer wieder Bestellungen, die anzeigen, dass der Pflegelotse auch in anderen Bundesländern ein gerne genutztes Instrument ist. Es lässt sich von einer Erfolgsgeschichte sprechen, die maßgeblich dazu beigetragen hat, dass Pflege in der Heilerziehungspflege noch fundierter verankert ist. Die pflegerische Kompetenz von Heilerziehungspfleger*innen hat sich dadurch weiter entwickelt und ist breit anerkannt. Anfang 2020 ist der Pflegelotse in 8. neu bearbeiteter Auflage erschienen.
Vier aktuelle Veränderungen haben die LAG HEP als Herausgeberin des Pflegelotsen zu einer grundsätzlichen Überarbeitung des Pflegelotsen motiviert und sind in der aktuellen Auflage systematisch aufgegriffen worden:

  1. Das „Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung“, (kurz Bundesteilhabegesetz oder BTHG) macht die Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) „International Classification of Functioning, Disability and Health“ (ICF) zur Grundlage der Bedarfsermittlung bei Menschen, die Unterstützungsbedarf haben. Der Pflegelotse stellt in der 8. Auflage den Bezug zu den 9 Lebensbereichen der ICF her.
  2. Die baden-württembergische Landespersonalverordnung (LPersVO) aus dem Jahr 2015 definiert, dass Heilerziehungspfleger*innen im Bereich der Eingliederungshilfe im pflegerischen Feld den Pflegefachkräften gleich gestellt sind. Die in der Anlage der LPersVO benannten behandlungspflegerischen Themen sind deshalb im Pflegelotsen aufgegriffen.
  3. Aktuelle Expertenstandards haben Eingang in den Pflegelotsen gefunden.
  4. Im neuen Modulhandbuch der LAG HEP aus dem Jahr 2019 hat das medizinisch-pflegerische Feld in der Ausbildung eine Verbreiterung erfahren. Im Vergleich zum bisherigen fächerorientierten Bildungsplan mit dem Lernbereich Medizin und Pflege“ wurde das Modul 4 „Gesundheit und Pflege“ mit mehr Unterrichts- und damit Lernzeit ausgestattet und damit mehr Raum für medizinisch-pflegerische Kompetenzentwicklung eingeräumt. Damit antwortet das Modulhandbuch auch auf den demografischen Wandel bei Menschen mit Behinderungen.

Der Pflegelotse sieht äußerlich ähnlich aus wie in den vorherigen Auflagen. Als inhaltlicher roter Faden wird weiterhin Monika Krohwinkels Pflegemodell der „Fördernden Prozesspflege als System“ kurz „ABEDL-Strukturierungsmodell“ verwendet. Die didaktische Tauglichkeit des Modells für das Lernen an den Lernorten Fachschule und Fachpraxis überzeugt nach wie vor.
Gleich geblieben ist ebenso, dass die Stärke der Heilerziehungspflege in der Verknüpfung von Teilhabe u n d Pflege entsteht. Selbstbestimmung, Teilhabe und Bildung von Menschen mit Unterstützungsbedarf sind bei allen professionellen Handlungen in der Heilerziehungspflege handlungsleitend. Daraus ergibt sich eine besondere Qualität der Begleitung von Menschen mit Unterstützungsbedarf: Pflege umfasst immer auch eine Ausrichtung auf Teilhabe und Bildung. Heilerziehungspfleger*innen sind die Fachkräfte für Teilhabe u n d Pflege.
Das Berufsbild Heilerziehungspflege wurde vor 80 Jahren in der Diakonie Stetten von Pfarrer Ludwig Schlaich begründet. Schlaich war auf der Suche nach Fachkräften, die nicht nur pädagogisch mit den zu begleitenden Menschen arbeiten, sondern auch – wo notwendig – deren Pflege übernehmen können.
Die im vorliegenden Pflegelotsen abgebildeten Kompetenzen im Bereich der Pflege stellen alle pflegerischen Aufgaben dar, die in der Grundausbildung an allen 21 staatlich anerkannten Heilerziehungspflege-Fachschulen in Baden-Württemberg vermittelt werden. Darüber hinaus entwickeln Heilerziehungspfleger*innen durch die jeweiligen Ausprägungen der Praxislernorte im Feld der Pflege weitere Kompetenzen. Sie sind in der Lage, nach Einführung und Delegation auch erweiterte pflegerische Handlungen fachlich kompetent auszuführen.
Über das Modulhandbuch Heilerziehungspflege (siehe: www.heilerziehungspflege-ausbildung.de) und die in Baden-Württemberg geltende Ausbildungs- und Prüfungsordnung hinaus, stellt der Pflegelotse den Erwerb von Basiskompetenzen im Bereich der Pflege nach außen deutlich dar. Der Pflegelotse zeigt, in welchen konkreten Feldern des Pflegehandelns diese Kompetenzen an den beiden Lernorten Fachschule und Fachpraxis entwickelt werden. Die im Modulhandbuch im Modul 4 „Gesundheit und Pflege“ ausgewiesenen und beschriebenen 600 Stunden im pflegerischen und medizinischen Lernbereich werden im Pflegelotsen konkretisiert. Darüber hinaus übernehmen Heilerziehungspfleger*innen alle pflegerischen Aufgaben nach Delegation und Anleitung.
Der Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft der Fachschulen für Sozialwesen der Fachrichtung Heilerziehungspflege in Baden-Württemberg dankt unserem Pflegelehrertreffen und der Projektgruppe für die inhaltlich gewichtige Überarbeitung des Pflegelotsen für die 8. Auflage. Unser Dank geht an Annette Dern, Ruth Gum, Doris Hegar, Marie-Luise Högerle, Margret von Keler-Neumann, Ingeborg Maisch, Peter Naeser, Iris Oechsle, Volker Renz, Ingeborg Seibold, Kerstin Stehle, Bertram Tränkle, Jitka Vokal, Isolde Weber und Elke Zech.
Der Vorstand der LAG HEP wünscht dem Pflegelotsen auch in der aktuellen überarbeiteten 8. Auflage weiterhin guten Erfolg und eine große Akzeptanz!
Der Vorstand der LAG HEP:
Martin Herrlich              Birgit Thoma                 Dr. Stefan Boschert

Bestellt werden kann er für 1,30 Euro zuzüglich Porto in Print über
media@hepschule-sha.de.

Hier steht er bald zum Download bereit (Pflegelotse_Aufl8_2020). Zurzeit aufgrund einer technischen Panne noch nicht einsehbar.

Januar 2020

 

 

 

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